IT-Fortbildung für Lehrer planen: 6 Tipps für Trainer

Die Digitalisierung unserer Schulen geht spürbar voran – mit Smartboards im Klassenzimmer, WLAN im Gebäude und Tablets in den Schultaschen. Deshalb ist der Bedarf an IT-Fortbildungen für Lehrer gerade hoch wie nie!

Ich bin seit mehr als 20 Jahren als ausgebildeter Medientrainer im Einsatz – vorrangig im Bildungsbereich. Mittlerweile habe ich mich auf Software-Schulungen spezialisiert – wegen der hohen Nachfrage vor allem zu OneNote, PowerPoint und Microsoft 365 für Lehrkräfte.

In diesem Beitrag teile ich meine Tipps und Erfahrungen als Dozent und Trainer rund um Fortbildungen zu Technik-Themen in Schulen.

1. Lehrer wollen keine Informatiker werden!

Natürlich geht es bei einer IT-Fortbildung für Lehrer um digitale Technologien. Eine Software-Schulung muss deshalb aber keine trockene Technik-Schulung sein.

Wer als Dozent einfach nur die Funktionen und Einstellungen der verschiedenen PC-Programme zeigt, wird Lehrkräfte nicht für digitale Tools begeistern.

Ich gehe bei meinen Fortbildungen stattdessen von den Herausforderungen aus, vor denen Lehrkräfte im Schulalltag stehen:

  • Wie kann man Unterrichtsmaterial digital erstellen?
  • Wie entsteht ein Tafelbild am Smartboard?
  • Welche Apps eignen sich zum Korrigieren von Aufgaben oder für die Kommunikation im Kollegium?

Ein guter Trainer stellt sich eben auf seine Zielgruppe ein und passt sein Schulungskonzept entsprechend an. Dazu gehört auch Rücksicht auf Lehrer*innen, die nicht so technikaffin sind.

Mit sinnvollen Beispielen aus der Praxis lassen sich oft auch skeptische Teilnehmende davon überzeugen, dass man mit digitalen Tools Zeit sparen und Nerven schonen kann.

Übrigens: Immer häufiger erreichen mich Anfragen zu Multiplikatoren-Schulungen – nach dem Prinzip „Train the Trainer“. Dann unterstütze ich erfahrene Teile eines Kollegiums dabei, IT-Fortbildungen für alle Lehrer selbst zu planen. Wer sich dafür interessiert, kann gerne Kontakt zu mir aufnehmen.


2. Vorgespräche zur Vorbereitung der Schulung

Alle Schulen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Trotzdem unterscheidet sich die Situation vor Ort. Ein guter Trainer führt deshalb vor jeder Fortbildung ein ausführliches Vorgespräch mit dem zuständigen Ansprechpartner.

Dazu gehört zunächst die Abfrage der technischen Voraussetzungen: Wie ist der Schulungsraum ausgestattet? Welche Geräte bringen die Teilnehmenden mit? Haben alle die nötige Software installiert? Steht WLAN zur Verfügung?

Ich vereinbare immer auch gemeinsame Ziele und den groben Inhalt der Fortbildung. Was wollen wir erreichen? Welche Kompetenzen sollen die Lehrkräfte erwerben?

Oft gibt es im Kollegium unterschiedliche Vorkenntnisse. Dann geht es meist darum, alle Lehrkräfte auf einen Wissensstand zu bringen. Viele wissen gar nicht, dass sie mit Microsoft 365 Education einen mächtigen Werkzeugkasten für Schule und Unterricht zur Verfügung haben.

Weitere Fragen, die man als Trainer vor einer geplanten Schulung klären sollte:

  • Inwiefern sind Pausen üblich, sinnvoll und gewünscht?
  • Wie offen ist das Kollegium aktuell fürs Thema Digitalisierung?
  • Gibt es irgendwelche Animositäten oder besondere Bedürfnisse?
  • Gibt es während der Fortbildung Kaffee und Kekse? ☕😉

Unterm Strich: Je besser ich die Erwartungen der Schule kenne, desto besser kann ich mich inhaltlich darauf einstellen. Das erhöht die Chance, dass eine Software-Schulung zum Erfolg wird. Im besten Fall ziehen wir schon vorab an einem Strang.

Diese Frage stelle ich übrigens zu Beginn jeder Fortbildung an die Gruppe: „Was muss passieren, damit Sie nachher zufrieden nach Hause gehen?“ – So kann ich während der Schulung nachjustieren und auf die Erwartungen der Teilnehmenden eingehen.

3. Technik-Check – rechtzeitig vor der IT-Fortbildung!

Als Trainer reise ich zu Schulen, Firmen und Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland. Dabei plane ich immer ein, dass ich mindestens eine Stunde vor Beginn ankomme.

So habe ich vor Ort ausreichend Zeit, den Schulungsraum kennenzulernen und die vorhandene Technik auszuprobieren. Ich möchte stressfrei sicherstellen, dass mein Setup für die Fortbildung reibungslos funktioniert. Alles andere wäre ärgerlich und peinlich!

Dazu gehört vor allem der Anschluss an ein vorhandenes Smartboard oder den Beamer im Klassenraum. Vorsorglich habe ich ein Technik-Set für Fortbildungen zusammengestellt. Es enthält diverse Kabel und Adapter, damit ich bei technischen Problemen möglichst immer eine Lösung in der Tasche parat habe.

Auf dem Tablet habe ich übrigens ein zweites Windows-Benutzerkonto für Schulungen eingerichtet, damit ich eine vorzeigbare Umgebung zum Präsentieren und Ausprobieren nutzen kann.

Außerdem verwende ich in Microsoft 365 zwei separate Benutzerkonten mit zahlreichen Beispieldateien. Das sind bei mir „Maxi Mustermann“ für die Lehrer-Perspektive und „Bibi Beispiel“ als Schülerin.


4. Schulung mit Haltung

Dass sich ein guter IT-Trainer mit der Software auskennt, gilt als selbstverständlich. Man muss natürlich inhaltlich fit und kompetent sein, auch über aktuelle Entwicklungen der digitalen Tools Bescheid wissen.

Mir hilft sehr, dass ich als langjähriger Microsoft MVP mit einigen Entwicklern und Produktgruppen im Austausch stehe, teilweise auch Zugriff auf Vorschauversionen und Vorab-Informationen zu Microsoft 365 habe.

Mit meiner Rolle als Dozent gehe ich transparent um. Lehrkräfte schätzen, dass ich offen und authentisch mit ihnen spreche. Dazu gehört auch eine klare Haltung zu verschiedenen Aspekten:

  • In jeder Fortbildung stelle ich klar, dass ich kein Lehrer bin. Ich maße mir nicht an, den Schulalltag besser zu kennen als meine Seminarteilnehmer. Als studierter Journalist, langjähriger Autor und ausgebildeter Medientrainer bringe ich meine Erfahrungen zu Medienkompetenz und digitalen Tools ein.
  • In jeder Fortbildung stelle ich klar, dass ich kein Mitarbeiter von Microsoft bin. Ich bin unabhängiger Trainer und Überzeugungstäter. Ich spreche und schreibe immer auch offen über die Schwächen der Software. Außerdem buchen mich Schulen, die sich längst für Microsoft 365 Education entschieden haben.
  • Ich habe mich auf Software von Microsoft spezialisiert. Wer lieber mit Apple-Geräten, dem freien Betriebssystem Linux oder Open-Source-Programmen arbeiten möchte, soll das gerne tun. Ich beschreibe aus meiner persönlichen Sicht, welche Vorteile und Nachteile andere Lösungen haben. Für Glaubensfragen bin ich auch in Schulungen nicht zu haben.
  • Ich bin kein Jurist und kann offene Fragen zum Datenschutz nicht lösen. Ich informiere mich bestmöglich, berichte hier im Blog über Datenschutz an Schulen und habe eine persönliche Meinung zur laufenden Diskussion. Lehrkräfte und Schulträger sollten sich natürlich an die in ihrem Bundesland geltenden Regeln halten. In Fortbildungen kläre ich gerne auf und versuche, bewusst gestreute Verunsicherung zu versachlichen.

5. Lehrer*innen sind auch nur Schüler*innen!

In der Erwachsenenbildung erwarten unerfahrene Dozenten meist, dass die Teilnehmenden durchgängig aufpassen, sich fleißig beteiligen und auf keinen Fall stören. Selbstverständlich ist das gerade bei Schulungen in Schulen nicht.

  • Oft finden Fortbildungen nachmittags statt – wenn Lehrkräfte schon einen langen Unterrichtstag hinter sich haben.
  • Oft sind die Gruppen größer, als es sinnvoll ist. Schulen haben ein begrenztes Budget und können sich mehrere Fortbildungstage für kleinere Gruppen nicht leisten.
  • Oft werden IT-Fortbildungen als Pflichtprogramm angesetzt. Lehrer*innen müssen teilnehmen, weil eine drängelnde Schulleitung die zuvor verschlafene Digitalisierung jetzt vorantreiben will oder muss.

Ein guter Trainer macht sich diese Voraussetzungen bewusst und wird sein Schulungskonzept entsprechend anpassen. Dazu gehören zum Beispiel ein motivierender Einstieg, ansprechende Beispiele, abwechslungsreiche Übungen und bewusst eingebaute Aha-Effekte.

Außerdem gilt das bekannte Pädagogen-Motto: „Störung hat Vorrang“. Wenn Teilnehmende ständig plaudern oder andere nerven, dann spreche ich das an – möglichst charmant, oft mit Augenzwinkern, aber auch selbstbewusst. Oft hilft die Meta-Ebene: „Wie würden Sie jetzt eigentlich bei Ihren Schülern reagieren?“

Ich finde: Ein Dozent im Klassenzimmer ist eben immer auch Animateur, manchmal sogar Dompteur. 😉


6. Sind IT-Fortbildungen in Schulen nachhaltig?

In meinen Workshops vermittle die Möglichkeiten von Microsoft 365, OneNote und PowerPoint für Schule und Unterricht. Ich möchte Lehrkräften Lust darauf machen, die Apps und Programme besser kennenzulernen. Das mache ich so lebendig und praxisnah wie möglich.

Doch irgendwann bin ich wieder weg. Ich habe keinen Einfluss darauf, ob Lehrer*innen nach der IT-Fortbildung am Ball bleiben und sich mit OneNote oder PowerPoint weiter vertraut machen. Am Ende sind Schulleitung und Kollegium selbst dafür verantwortlich, die Digitalisierung in der Schule voranzubringen.

Als Dozent kann ich zumindest die möglichen nächsten Schritte thematisieren – im Sinne der Nachhaltigkeit:

  • Was können Lehrer*innen tun, die in meiner Schulung Blut geleckt haben und die digitalen Tools jetzt für Schule und Unterricht nutzen wollen?
  • Was können alle Beteiligten tun, damit die Implementierung der Software im laufenden Schulbetrieb gelingt?
  • Welche Vereinbarungen und Absprachen braucht es, damit sich Lehrer*innen und Schüler*innen dauerhaft digital zurechtfinden?

Mein persönliches Fazit: Eine Fortbildung ist immer nur ein Angebot. Als Trainer kann ich so viel wie möglich dazu beitragen, dass meine IT-Fortbildung bei den Lehrer*innen gut ankommt – und ich freue mich über jeden, der mein Angebot annehmen mag.

Melde Dich gerne bei mir, wenn Du Dich für eine Schulung zu Microsoft 365, OneNote oder PowerPoint an Deiner Schule interessierst. Fürs Selbststudium oder als Schulungsmaterial empfehle ich Dir gerne auch meine beliebten Software-Handbücher.

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