OneDrive ist bereits in Windows integriert. Du musst also keine zusätzliche App installieren, wenn Du Deine Cloud-Dateien am PC nutzen und OneDrive-Ordner im Explorer einbinden möchtest.
In dieser Anleitung zeige ich Dir, wie Du OneDrive in Windows 11 einrichtest. Deine Cloud wird dann innerhalb des Betriebssystems wie ein herkömmlicher Dateiordner behandelt.
Vorteile von OneDrive in Windows 11
Dokumente, Präsentationen, Fotos und sonstige Dateien lassen sich wie sonst üblich im Datei-Explorer anzeigen und so ohne Umweg auf dem PC öffnen und bearbeiten. Du bist also nicht mehr auf einen Internetbrowser angewiesen, um Deine Inhalte in der Web-App OneDrive Online zu verwalten.
Je nach Einstellung werden dabei alle Dateien, die eigentlich online auf dem Server gespeichert sind, auf Deine Festplatte heruntergeladen und kontinuierlich mit der Cloud synchronisiert.
Du hast also auch jederzeit offline Zugriff auf die Inhalte, etwa in einem Besprechungsraum ohne stabiles WLAN oder wenn Du auf Dienstreise mal in einem Funkloch steckst. Sobald Du wieder online bist, werden alle Änderungen an den Dateien automatisch beidseitig abgeglichen.
Sind Windows 11 und OneDrive schon verbunden?
OneDrive ist bereits in Windows 11 integriert. Du musst also keine zusätzliche App installieren, um Deinen Cloud-Ordner im Explorer einzubinden.
Vielleicht hast Du Dich bei der erstmaligen Einrichtung Deines Geräts schon gewollt oder ungewollt für OneDrive angemeldet. Ob die Cloud bereits mit Deinem PC verbunden ist, erkennst Du am entsprechenden Symbol im Infobereich rechts unten.

- Bei einem persönlichen Microsoft-Konto ist die Wolke weiß.
- Bei einem Firmen- oder Schulkonto ist die Wolke blau.
- Wenn Du bislang noch keine Verbindung mit OneDrive eingerichtet hast, ist die Wolke durchgestrichen.
Eventuell versteckt sich das Wolken-Icon hinter dem kleinen Pfeil ganz links. Mit gedrückter linker Maustaste kannst Du es aus diesem Bereich direkt auf die Taskleiste von Windows ziehen, sodass es immer sichtbar ist. Es zeigt auch an, ob irgendwelche Probleme mit der Verbindung zur Cloud bestehen.
OneDrive auf PC einrichten
Klicke auf das durchgestrichene Wolken-Symbol, um Dich nachträglich mit Deinem Benutzerkonto anzumelden.
OneDrive fragt Dich in einem neuen Fenster erst nach der dazugehörigen E-Mail-Adresse, danach natürlich auch nach Deinem Kennwort inklusive der üblichen Authentifizierung.

Der Assistent erkennt automatisch, ob es sich um ein geschäftliches, schulisches oder privates Microsoft-Konto handelt.
Mehr über die verschiedenen Benutzerkonten erfährst Du in meinem aktuellen Handbuch „Microsoft 365 für Einsteiger“.
Speicherort auswählen
Wo soll der Cloud-Ordner eingerichtet werden? Du kannst im nächsten Schritt einen lokalen Ordner für die Synchronisierung Deiner Dateien bestimmen.
Voreingestellt ist ein Speicherort im Standard-Benutzerordner. Wenn Du mit der Ordnerstruktur auf Deinem PC vertraut bist, kannst Du auf den Hinweis Speicherort ändern klicken und dann einen anderen Ordner wählen, vielleicht auf einer separaten Partition.

Bei einem Dienstgerät mit begrenztem Speicherplatz auf der Festplatte kann das auch ein externes Speichermedium oder ein dauerhaft verfügbarer Netzwerkordner sein.
Im nächsten Schritt bietet OneDrive an, bestimmte Standard-Ordner von Windows ebenfalls in der Cloud zu sichern, und zwar die Inhalte unter Dokumente, Bilder und Desktop. Nach ein paar Infos zu den Grundfunktionen kannst Du den verbundenen Ordner direkt im Datei-Explorer öffnen.
Nutzt Du OneDrive zum ersten Mal? Dann ist der Ordner im Explorer vermutlich noch recht leer oder enthält höchstens ein paar Beispieldateien, die Du zuvor in der Web-Oberfläche erstellt oder hochgeladen hast.
Weitere Optionen für OneDrive in Windows
Bevor Du OneDrive als Speicherort für Deine Arbeitsdateien nutzt, empfehle ich Dir noch ein paar Anpassungen.
Zu den verfügbaren Einstellungen gelangst Du, indem Du erst auf das Wolken-Icon im Infobereich und dann auf das Zahnrad rechts oben klickst.
Die Optionen erkläre ich Dir jetzt in Kürze. Sie unterscheiden sich je nachdem, ob Du ein geschäftliches, schulisches oder persönliches Microsoft-Konto verwendest.

Die erste Seite vereint die wichtigsten Einstellungen rund ums Synchronisieren und sichern Deiner Dateien. Du entscheidest, wie sich OneDrive auf Deinem PC verhält.
Die wichtigsten Einstellungen im Überblick
- Im oberen Bereich kannst Du nachträglich festlegen, dass Standard-Ordner wie Dokumente, Bilder und Desktop doch noch in der Cloud gesichert werden sollen.
- Mit einer privaten Microsoft-Lizenz siehst Du darunter drei Optionen: Du kannst Aufnahmen einer angeschlossenen Kamera, vom Desktop erstellte Screenshots und Elemente von anderen Cloud-Diensten automatisch hochladen.
- Die weiteren Voreinstellungen definieren u. a., ob OneDrive bei der Anmeldung am PC automatisch startet und ob die Synchronisierung angehalten werden soll, wenn sich Dein Gerät in einem getakteten Netzwerk befindet, also mobilen und damit meist kostenpflichtigen Datenverkehr nutzt.
- Klicke weiter unten auf Erweiterte Einstellungen. Hier findest Du die aus meiner Sicht wichtigste Option: Dateien bei Bedarf. In der Voreinstellung werden Inhalte nämlich erst aus der Cloud auf den PC heruntergeladen, sobald Du sie zum ersten Mal auf dem Gerät öffnest. Bis dahin belegen die Dateien keinen Speicherplatz und sind nur als Eintrag sichtbar.

- Wenn Du auf Alle Dateien herunterladen klickst, werden die Elemente mit Deinem Gerät synchronisiert. Du kannst die Dateien in dem Ordner dann wie versprochen auch per Explorer öffnen und mit lokalen Apps bearbeiten, selbst wenn Du mal keine Internetverbindung zur Verfügung hast.
- Die Schaltfläche Speicherplatz freigeben bewirkt das Gegenteil. Sie entfernt alle Dateien von Deinem Gerät, die für den Offline-Zugriff heruntergeladen wurden. Die Funktion löscht natürlich nicht die Original-Dateien auf dem Server.
- Darunter kannst Du jeweils die Downloadrate und Uploadrate begrenzen, damit laufende Livestreams und andere Downloads während der Synchronisierung von OneDrive nicht stocken. Außerdem lassen sich bei einem privaten Benutzerkonto alle Dateien mit bestimmten Dateiendungen Ausschließen, zum Beispiel unnötige Dokumentvorlagen oder große Videos.
Wechsle nun links in die Spalte zum Reiter Konto. Dort kannst Du festlegen, dass nur bestimmte OneDrive-Ordner auf diesem Gerät verfügbar sein sollen. Dieser Filter ist zum Beispiel bei günstigen Tablets und Laptops mit wenig Speicherplatz sinnvoll.

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Benachrichtigungen informieren Dich über gewollte und ungewollte Aktivitäten in Deiner Cloud. Du erfährst, wenn andere (dazu befugte) Personen auf Deine Dateien zugreifen oder wenn plötzlich viele Elemente auf einmal gelöscht wurden. Nervige Erinnerungen – etwa zum Jahrestag früherer Fotos – deaktiviere ich grundsätzlich.
Beachte zuletzt noch die Anzeige links unten in den OneDrive-Einstellungen. Dort siehst Du, wie voll Deine Cloud bereits ist und ob Du beim Speicherplatz demnächst an Grenzen stößt. Die dazugehörige Schaltfläche Speicher verwalten öffnet die Web-App im Browser und führt direkt zu einer Übersicht Deiner größten Dateien, die Du hier sofort herunterladen und löschen kannst. Regelmäßiges Ausmisten lohnt sich.
Falls Du wider Erwarten mehr Speicherplatz für berufliche Dateien benötigst, kann der Administrator das aktuelle Limit im SharePoint Admin Center von Microsoft 365 hochsetzen – wahlweise für alle oder für bestimmte Konten.
OneDrive-Ordner in Windows 11
Der OneDrive-Ordner verhält sich darüber hinaus wie alle anderen Ordner auf Deiner Festplatte. Du kannst ihn zum Beispiel mit dem Explorer aufrufen und siehst ihn darin links im Navigationsbereich.

Alternativ öffnest Du ihn per Doppelklick auf die Wolke rechts unten im Infobereich der Taskleiste.
Du kannst nun beliebige Dateien in diesen Ordner verschieben und in Unterordner sortieren. Du kannst den Ordner auch in allen gängigen PC-Programmen auswählen, um eine Datei darin wie üblich zu speichern.
Neue Inhalte erkennt OneDrive automatisch und lädt sie direkt in die Cloud hoch. Das kann je nach Dateigröße und je nach Bandbreite Deiner Internetverbindung eine Weile dauern. Dass die Synchronisierung problemlos geklappt hat, erkennst Du am kleinen grünen Kreis mit einem weißen Häkchen an dem jeweiligen Element.
Während des Upload-Vorgangs verändert sich das Wolkensymbol auf der Taskleiste. Wenn Du einmal auf die Wolke klickst, erscheint eine Übersicht über den aktuellen Fortschritt sowie die davor synchronisierten Elemente.

Gerade bei größeren Dateien kannst Du so prüfen, ob sie schon vollständig in die Cloud hochgeladen wurden.
Weitere Infos über OneDrive in Windows 11
Du kannst mehrere Benutzerkonten parallel auf dem PC einrichten und mit der jeweiligen Cloud verbunden sein.
In den Einstellungen kannst Du unter Konto ein Konto hinzufügen. Der Einrichtungsprozess ist exakt gleich. Das zusätzliche Wolken-Icon im Infobereich ist dann wie oben beschrieben weiß oder blau – je nach Lizenz.

Wenn Du Dateien aus dem synchronisierten Cloud-Ordner löschst, landen sie nicht nur im Papierkorb auf dem Windows-PC, sondern auch im Papierkorb auf OneDrive Online.

Von dort aus kannst Du versehentlich gelöschte Dateien Wiederherstellen, sie also zurück in den ursprünglichen Ordner schieben – oder den Papierkorb komplett leeren und somit alle enthaltenen Dateien endgültig löschen.
OneDrive mit Mac, Linux & Co. verbinden
Wer einen Apple Mac nutzt, kann stattdessen die OneDrive-Synchronisierungs-App herunterladen und installieren. Sie funktioniert ähnlich wie der in Windows 11 integrierte Client mit einem lokalen Ordner für den Abgleich von Cloud-Dateien.
Microsoft stellt keine Anwendungen für Linux bereit. Bekannte Distributionen wie Ubuntu und Linux Mint bieten schon seit einer Weile eine integrierte Lösung an. Wechsle dafür zu den Systemeinstellungen und rufe den Bereich Internetkonten bzw. Online-Konten auf.
Klicke auf Microsoft 365 und gib unten die Domain zu Deinem Benutzerkonto ein. Das System öffnet dann ein Browser-Fenster, in dem Du Dich mit Deinem Kennwort anmelden und die Verbindung erlauben kannst. Danach sollte der verbundene Cloud-Speicher angezeigt werden, in Ubuntu zum Beispiel oben im Bereich Ihre Konten.

Ab sofort wird der Speicherort in allen geeigneten Programmfenstern als Auswahl angezeigt – ähnlich wie ein Netzwerkordner. So kannst Du Deine Cloud-Dateien direkt innerhalb des Betriebssystems öffnen, verwalten und online speichern.
Das Prinzip kennst Du vielleicht, falls Du OneDrive auch auf dem iPad nutzt und darauf ebenso einbindest. Wie das funktioniert, erfährst Du in meinem aktuellen Handbuch „Microsoft 365 für Einsteiger“ mit vielen weiteren Tipps und Anleitungen.


Frage1:wenn ich von meinem Explorer einen Ordner mit Bildern auf OneDrive kopiere und nach einer Weile lösche – sind dann auch der Ordner mit den Bildern auf dem Explorer nach 30 Tagen auch weg?
Frage2: wo kann ich uralte Emails in One Drive löschen – sie sind mir zufällig aufgefallen, von vor vielen Jahren, obwohl ich die gelöschten Mails immer lösche
Hallo Monika, nach Möglichkeit helfe ich in Kürze gerne weiter.
Zu Frage 1: Der OneDrive-Ordner auf Deiner Festplatte wird kontinuierlich und automatisch mit dem Speicherplatz in der Cloud abgeglichen. Was Du in den OneDrive-Ordner packst, wird automatisch hochgeladen. Was Du in dem Ordner löschst, wird auch in der Cloud gelöscht. Was Du woanders auf Deiner Festplatte löschst – also unabhängig von der Cloud -, landet in der Regel im Papierkorb auf dem Desktop.
Zu Frage 2: E-Mails verwaltest Du grundsätzlch in Outlook, nicht in OneDrive. Wenn alles richtig eingerichtet ist, gilt auch hier: Das Postfach ist auf allen Geräten und in der Cloud auf demselben Stand. Wenn Du E-Mails an einem Ort löschst, werden sie überall entfernt bzw. landen zunächst unter „Gelöschte Nachrichten“.
Das ist alles schön und gut auf einem lokalen PC. Wenn sich aber, wie dies in vielen Schulen üblich ist, verschiedene Benutzer auf den PCs einloggen, und man deshalb Roaming Profiles (natürlich mit Ordnerumlenkung) aktiviert hat, wird die Sache kompliziert. OneDrive weigert sich nämlich standhaft, einen UNC-Pfad (z.B. %HOMESHARE%OneDrive oder %APPDATA%OneDrive) als Ziel zu akzeptieren, sondern pflanzt sich fett in das Verzeichnis C:Users\OneDrive, was automatisch zum Teil des Roaming Profils wird. Dieses wird dann riesengroß, wenn der entsprechende Benutzer sein OneDrive ausnutzt. Lange Einloggzeiten oft in Verbindung mit einer Überlastung des WLANs sind die Folge. Das Internet ist voll von Beiträgen, die diese Verletzung von Microsofts eigenen Regeln beklagen, aber eine Lösung habe ich für das Problem bisher nicht gefunden. Für einige Lehrer habe ich dann den OneDrive-Ordner in das lokale Verzeichnis c:userspublic verschoben. Dadurch wird das Profil nicht aufgeblasen und die Daten werden trotzdem auf der lokalen Festplatte gespeichert. Das ist aber keine allgemeine Lösung.
Abhilfe verspricht einzig die Speicherung der Profile in virtuellen Disks über die Technik FSLogix. Die Umstellung ist aber auch nicht ganz einfach zu stemmen. Es müssen zum Beispiel alle PCs Windows 10 Education aktiviert haben.
Danke für den ausführlichen Beitrag! Auf einen PC, den man sich mit mehreren (Fremden?) teilt, würde ich meine Cloud-Dateien ja generell nicht synchronisieren – aus vielen Gründen und unabhängig davon, dass das kaum praktikabel ist. Für den Zugriff auf die Dateien gibt es dann ja immer noch die Web-App. Diese Anleitung ist eher für den eigenen PC oder Laptop gedacht.